Casein oder Whey Protein, bewertet nach Aufnahmekinetik und Zwölfwochenergebnissen

Whey hob die Muskelproteinsynthese um rund 93 Prozent über Casein in Ruhe und um 122 Prozent nach dem Training, doch Casein lieferte die bessere Nettobilanz über 7 Stunden. Casein vor dem Schlaf brachte über 12 Wochen 3,6 Quadratzentimeter mehr Quadrizepswachstum gegenüber Placebo.
Casein und Whey sind die beiden Proteinfraktionen der Milch, rund 80 und 20 Prozent, und sie unterscheiden sich in einer Eigenschaft, die alles Weitere bestimmt: wie schnell die Aminosäuren ankommen. Die Gabe von intrinsisch markiertem Casein oder Whey als einzelne Mahlzeit an gesunde Erwachsene erzeugte mit Whey einen starken, aber kurzen Anstieg der Plasmaaminosäuren und mit Casein ein anhaltendes Plateau mäßiger Hyperaminoazidämie, zurückgeführt auf die langsame Magenentleerung. Der Ganzkörperproteinabbau wurde nach Casein um 34 Prozent gehemmt und nach Whey nicht; die postprandiale Proteinsynthese stieg mit Whey um 68 Prozent und mit Casein um 31 Prozent; die Leucinoxidation über 7 Stunden lag mit Casein bei 272 plus minus 91 Mikromol je kg und mit Whey bei 373 plus minus 56, bei identischer Leucinzufuhr von 380 Mikromol je kg; und die Nettoleucinbilanz über die 7 Stunden fiel mit Casein positiver aus, p unter 0,05 (Boirie et al. 1997). Am Muskel statt am Ganzkörper gemessen dreht sich die Reihenfolge. Bei auf 10 g essenzielle Aminosäuren angeglichenen Getränken lag die gemischte Muskelproteinsynthese in Ruhe bei 0,091 plus minus 0,015 Prozent je Stunde für Whey-Hydrolysat, 0,078 plus minus 0,014 für Soja und 0,047 plus minus 0,008 für mizellares Casein, womit Whey in Ruhe rund 93 Prozent und nach Krafttraining rund 122 Prozent über Casein lag, jeweils p unter 0,01 (Tang et al. 2009). Beide Befunde stimmen und beantworten verschiedene Fragen: Whey maximiert die akute Synthesereaktion, Casein maximiert die Bilanz über ein langes Nüchternfenster, indem es den Abbau bremst. Die Trainingsdaten folgen dieser Logik. Vierzig Gramm Casein 30 Minuten vor dem Schlaf hoben die nächtliche Ganzkörperproteinsynthese auf 311 plus minus 8 gegenüber 246 plus minus 9 Mikromol je kg je 7,5 Stunden und drehten die Nettoproteinbilanz von minus 11 plus minus 6 auf plus 61 plus minus 5, p unter 0,01 (Res et al. 2012), und über 12 Wochen Krafttraining erzeugte ein Präparat mit 27,5 g Protein vor dem Schlaf größere Kraftzuwächse, plus 164 plus minus 11 kg gegenüber plus 130 plus minus 9 kg, p unter 0,001, sowie eine größere Quadrizepsquerschnittsfläche, plus 8,4 plus minus 1,1 gegenüber plus 4,8 plus minus 0,8 Quadratzentimeter, p unter 0,05 (Snijders et al. 2015). Diese Studie verwendete ein kalorienfreies Placebo, die Gruppen unterschieden sich also auch in der Gesamtproteinzufuhr, was der übliche und berechtigte Einwand ist. Dem gegenüber steht die Metaanalyse, wonach die tägliche Gesamtproteinzufuhr die bestimmende Größe für Trainingsergebnisse ist (Morton et al. 2018). Whey nach dem Training, Casein vor dem Schlaf, und keine der beiden Entscheidungen ist mehr als ein paar Prozent wert, solange die Tagesmenge nicht steht.
Der Mechanismus ist gastrisch, nicht molekular. Casein gerinnt im sauren Milieu des Magens und bildet ein Gerinnsel, das sich langsam entleert; Whey bleibt löslich und passiert. Boirie und Kollegen zeigten das mit intrinsisch markierten Proteinen, indem sie gesunden Erwachsenen 13C-Leucin-Casein oder -Whey als einzelne Mahlzeit gaben und die Ganzkörperleucinkinetik mit zwei Tracern verfolgten. Whey erzeugte einen starken, aber kurzen Anstieg der Plasmaaminosäuren. Casein erzeugte ein anhaltendes Plateau mäßiger Hyperaminoazidämie, das die Autoren auf die langsame Magenentleerung zurückführten. Die funktionellen Folgen trennten sich klar: der Ganzkörperproteinabbau wurde nach Casein um 34 Prozent gehemmt und nach Whey nicht messbar, die postprandiale Proteinsynthese stieg mit Whey um 68 Prozent und mit Casein um 31 Prozent, und die Leucinoxidation über 7 Stunden lag mit Casein bei 272 plus minus 91 Mikromol je kg gegenüber 373 plus minus 56 mit Whey. Die Leucinzufuhr war in beiden Mahlzeiten mit 380 Mikromol je kg identisch, der Unterschied in der Oxidation ist also ein Unterschied im Umgang mit derselben Menge. Die Nettoleucinbilanz über die 7 Stunden fiel mit Casein positiver aus, p unter 0,05 (Boirie et al. 1997). In einem Satz: Whey baut schneller auf, Casein verschwendet weniger. Misst man nun am Muskel statt am Ganzkörper, führt Whey deutlich. Tang und Kollegen gaben drei Gruppen von je sechs gesunden jungen Männern nach einseitigem Beintraining Getränke, die auf 10 g essenzielle Aminosäuren angeglichen waren, als Whey-Hydrolysat, mizellares Casein oder Sojaproteinisolat. Die gemischte Muskelproteinsynthese lag in Ruhe bei 0,091 plus minus 0,015 Prozent je Stunde für Whey, 0,078 plus minus 0,014 für Soja und 0,047 plus minus 0,008 für Casein; Whey lag in Ruhe rund 93 Prozent über Casein, p unter 0,01, und rund 18 Prozent über Soja, p gleich 0,067. Nach dem Training lag Whey rund 122 Prozent über Casein, p unter 0,01, und 31 Prozent über Soja, p unter 0,05. Soja übertraf Casein in Ruhe um 64 Prozent und nach dem Training um 69 Prozent (Tang et al. 2009). Sechs Personen je Gruppe sind wenig, und die Dosen waren auf essenzielle Aminosäuren und nicht auf Gesamtprotein angeglichen, doch die Reihenfolge hat Bestand. Zwei Faktoren erklären sie: der Leucingehalt, der bei Whey mit rund 10 bis 11 Prozent des Proteins über den rund 8 bis 9 Prozent von Casein liegt, und die Anflutungsgeschwindigkeit, die entscheidet, ob die Leucinspitze die Schwelle überschreitet, die die Synthese anschaltet. Praktisch heißt das: Casein verliert nicht, weil es ein schlechteres Protein wäre. Es verliert den Sprint, weil es keinen läuft. Wo das langsame Profil seinen Platz verdient, ist das nächtliche Fenster, die längste Nüchternphase der meisten Menschen und die Phase, in der eine Ganzkörperbilanz mehr zählt als eine Spitze. Res und Kollegen ließen 16 gesunde junge Männer um 2000 Uhr Krafttraining absolvieren, gaben um 2100 Uhr 20 g Protein und 60 g Kohlenhydrate und dann um 2330 Uhr, 30 Minuten vor dem Schlaf, 40 g intrinsisch markiertes Casein oder ein Placebo. Das Casein wurde im Schlaf wirksam verdaut und aufgenommen, mit einem raschen und über die Nacht anhaltenden Anstieg der zirkulierenden Aminosäuren. Die Ganzkörperproteinsynthese über 7,5 Stunden lag bei 311 plus minus 8 gegenüber 246 plus minus 9 Mikromol je kg, und die Nettoproteinbilanz bewegte sich von minus 11 plus minus 6 auf plus 61 plus minus 5, beides p unter 0,01. Die gemischte Muskelproteinsynthese lag rund 22 Prozent höher, an der Grenze zur Signifikanz (Res et al. 2012). Das ist eine akute Mechanismusstudie, und sie wirft die Frage auf, ob der Mechanismus ein Ergebnis erzeugt. Snijders und Kollegen prüften das: 44 junge Männer, im Mittel 22 plus minus 1 Jahre, in einem progressiven zwölfwöchigen Krafttrainingsprogramm, eine Gruppe mit einem nächtlichen Präparat aus 27,5 g Protein, 15 g Kohlenhydraten und 0,1 g Fett vor dem Schlaf, die andere mit einem kalorienfreien Placebo. Die Kraft stieg in der Proteingruppe stärker, plus 164 plus minus 11 kg gegenüber plus 130 plus minus 9 kg, p unter 0,001. Die Quadrizepsquerschnittsfläche stieg in beiden Gruppen, in der Proteingruppe stärker, plus 8,4 plus minus 1,1 gegenüber plus 4,8 plus minus 0,8 Quadratzentimeter, p unter 0,05, und die Typ-II-Faserfläche nahm in der Proteingruppe stärker zu (Snijders et al. 2015). Der Designmangel ist wichtig und kein Grund, das Ergebnis zu verwerfen. Weil das Placebo kalorienfrei war, aß die Proteingruppe täglich 27,5 g mehr Protein, die Studie kann also die Wirkung des Zeitpunkts nicht von der Wirkung der Menge trennen. Belegt ist damit, dass zusätzliches Protein vor dem Schlaf wirkt, was auch dann nützlich ist, wenn der Mechanismus schlicht mehr Protein heißt. Die Dosis setzt für beide Proteine die Obergrenze, und sie liegt niedriger, als die meisten Etiketten nahelegen. Witard und Kollegen gaben 48 krafttrainierten jungen Männern ein standardisiertes proteinreiches Frühstück mit 0,54 g je kg Körpermasse und danach 0, 10, 20 oder 40 g Whey-Proteinisolat nach einseitigem Training. Die myofibrilläre Synthese stieg gegenüber der Rate ohne Protein von 0,041 plus minus 0,015 Prozent je Stunde um 49 Prozent mit 20 g und um 56 Prozent mit 40 g, ohne zusätzliche Stimulation durch 10 g, während 40 g die Phenylalaninoxidation und die Harnstoffbildung erhöhten. Das Fazit lautete, dass 20 g für die maximale Stimulation bei rund 80 kg schweren krafttrainierten jungen Männern genügen (Witard et al. 2014). Eine spätere Studie fand, dass nach Ganzkörpertraining statt Einzelbeintraining 40 g eine stärkere Antwort erzeugten als 20 g (Macnaughton et al. 2016), die sinnvolle Einschränkung: mehr beanspruchte Muskulatur hebt die nützliche Dosis. Keiner der Befunde stützt Portionen von 50 g. Und all das steht unter dem Befund, der die Kategorie beherrscht. Die Metaanalyse mit Metaregression zu Proteinsupplementierung und Krafttraining fand, dass Supplementierung Muskelmasse und Kraft verbessert und dass die tägliche Gesamtproteinzufuhr die treibende Größe ist (Morton et al. 2018). Verteilung und Zeitpunkt wirken am Rand einer Menge, die zuerst erreicht sein muss. Für eine echte Kaufentscheidung ist die Reihenfolge einfach. Wenn nur eine Dose gekauft wird, dann Whey: es gewinnt den Vergleich nach dem Training klar, ist als Nebenprodukt der Käseherstellung günstiger als eine separat filtrierte Fraktion und lässt sich in alles einrühren. Casein nur ergänzen, wenn das nächtliche Fenster eine echte Lücke ist, also meist bei Abendtraining oder frühem Abendessen. Zu beachten: Lebensmittel liefern beides bereits, Milch besteht zu rund 80 Prozent aus Casein, griechischer Joghurt und Hüttenkäse sind konstruktionsbedingt caseindominiert, und eine Schale davon vor dem Schlaf liefert dasselbe langsame Profil ohne zweite Dose. Eine konkrete Dose nach Kosten je Gramm Protein und nach Laborprüfung beurteilen und nicht nach der Fraktion auf der Vorderseite, und den Vergleich der Proteinpulver diese Arbeit machen lassen. Die Fraktion ist ein paar Prozent wert. Die Gesamtmenge alles Übrige.
Die Unterschiede, die messbar sind.
- 01
Der gesamte Unterschied ist die Geschwindigkeit der Magenentleerung
Casein gerinnt in der Magensäure und entleert sich langsam; Whey bleibt löslich und passiert direkt. Die Gabe intrinsisch markierter Varianten als einzelne Mahlzeit erzeugte mit Whey einen starken, aber kurzen Anstieg der Plasmaaminosäuren und mit Casein ein anhaltendes Plateau mäßiger Hyperaminoazidämie, das die Autoren direkt auf die langsame Magenentleerung zurückführten (Boirie et al. 1997). Jeder weitere Unterschied zwischen den beiden Proteinen folgt aus dieser einen physikalischen Eigenschaft.
- 02
Casein bremst den Abbau um 34 Prozent, Whey nicht
Im selben Einzelmahlzeitvergleich wurde der Ganzkörperproteinabbau nach Casein um 34 Prozent gehemmt und nach Whey nicht, während die postprandiale Proteinsynthese mit Whey um 68 Prozent und mit Casein um 31 Prozent stieg (Boirie et al. 1997). Zwei verschiedene Hebel an derselben Bilanz. Whey drückt die Syntheseseite, Casein hält die Abbauseite unten, und welcher zählt, hängt allein von der Länge des betrachteten Fensters ab.
- 03
Über 7 Stunden lieferte Casein die bessere Nettobilanz
Die Leucinoxidation über die 7 Stunden nach der Mahlzeit lag mit Casein bei 272 plus minus 91 Mikromol je kg gegenüber 373 plus minus 56 mit Whey, bei identischer Leucinzufuhr von 380 Mikromol je kg, und die Nettoleucinbilanz über denselben Zeitraum fiel mit Casein positiver aus, p unter 0,05 (Boirie et al. 1997). Dieselbe Aminosäurenmenge, weniger davon verbrannt. Das ist der stärkste Einzelbefund für Casein und fehlt regelmäßig in Vergleichen, die nach 3 Stunden enden.
- 04
Am Muskel schlägt Whey Casein um 93 bis 122 Prozent
Bei auf 10 g essenzielle Aminosäuren angeglichenen Getränken lag die gemischte Muskelproteinsynthese in Ruhe bei 0,091 plus minus 0,015 Prozent je Stunde für Whey-Hydrolysat, 0,078 plus minus 0,014 für Soja und 0,047 plus minus 0,008 für mizellares Casein. Whey übertraf Casein in Ruhe um rund 93 Prozent und nach Krafttraining um rund 122 Prozent, jeweils p unter 0,01 (Tang et al. 2009). Sechs Personen je Gruppe sind eine kleine Studie, und die Reihenfolge wurde mehrfach reproduziert.
- 05
Auch Soja schlug Casein, was die Tier-gegen-Pflanze-Einteilung entkräftet
In derselben Studie erzeugte Sojaproteinisolat in Ruhe eine 64 Prozent und nach Krafttraining eine 69 Prozent höhere gemischte Muskelproteinsynthese als Casein, jeweils p unter 0,01, während Whey Soja nach dem Training noch um 31 Prozent übertraf (Tang et al. 2009). Die trennende Größe ist die Verdauungsgeschwindigkeit und der Leucingehalt, nicht die tierische oder pflanzliche Herkunft. Jeder Vergleich, der Proteine nach Herkunft statt nach Kinetik ordnet, bekommt diese Reihenfolge falsch.
- 06
Der Leucingehalt ist die zweite Größe, rund 11 gegen 9 Prozent
Whey trägt rund 10 bis 11 Prozent seines Proteins als Leucin gegenüber rund 8 bis 9 Prozent bei Casein, und Leucin ist die Aminosäure, die die Synthesereaktion auslöst und nicht nur Baustoff liefert. Zusammen mit der schnelleren Anflutung erklärt das, warum ein Gramm Whey die Aktivierungsschwelle überschreitet und ein Gramm Casein darunter bleibt. Es erklärt auch, warum Hydrolysate und Isolate einander ähnlicher sind als jedes von beiden einem langsamen Protein.
- 07
Vierzig Gramm Casein vor dem Schlaf drehten die Nachtbilanz ins Positive
Sechzehn gesunde junge Männer trainierten um 2000 Uhr, erhielten um 2100 Uhr 20 g Protein und 60 g Kohlenhydrate und um 2330 Uhr 40 g intrinsisch markiertes Casein oder ein Placebo. Die nächtliche Ganzkörperproteinsynthese lag bei 311 plus minus 8 gegenüber 246 plus minus 9 Mikromol je kg je 7,5 Stunden, und die Nettoproteinbilanz bewegte sich von minus 11 plus minus 6 auf plus 61 plus minus 5, beides p unter 0,01. Die gemischte Muskelproteinsynthese lag rund 22 Prozent höher, an der Grenze zur Signifikanz (Res et al. 2012).
- 08
Über 12 Wochen erzeugte dieser Mechanismus messbares Mehrwachstum
Vierundvierzig junge Männer in einem progressiven zwölfwöchigen Krafttrainingsprogramm nahmen vor dem Schlaf entweder 27,5 g Protein mit 15 g Kohlenhydraten oder ein kalorienfreies Placebo. Die Kraftzuwächse fielen in der Proteingruppe größer aus, plus 164 plus minus 11 kg gegenüber plus 130 plus minus 9 kg, p unter 0,001, ebenso die Quadrizepsquerschnittsfläche, plus 8,4 plus minus 1,1 gegenüber plus 4,8 plus minus 0,8 Quadratzentimeter, p unter 0,05, mit stärkerem Wachstum der Typ-II-Fasern (Snijders et al. 2015).
- 09
Diese Studie kann Zeitpunkt und Gesamtmenge nicht trennen
Der Vergleichsarm der Zwölfwochenstudie war ein kalorienfreies Placebo, die supplementierte Gruppe aß also täglich 27,5 g mehr Protein als die Kontrollgruppe. Das Ergebnis zeigt damit, dass zusätzliches Protein vor dem Schlaf wirkt, und nicht, dass der Zeitpunkt dafür verantwortlich war (Snijders et al. 2015). Das ist die korrekte Lesart und weder eine Abwertung noch eine volle Bestätigung. Eine proteinangeglichene Kontrolle zu anderer Tageszeit wäre die Studie, die es klärt.
- 10
Zwanzig Gramm sättigen die Reaktion nach Einzelbeintraining
Achtundvierzig krafttrainierte junge Männer aßen ein Frühstück mit 0,54 g Protein je kg, trainierten ein Bein und nahmen dann 0, 10, 20 oder 40 g Whey-Isolat. Die myofibrilläre Synthese stieg gegenüber der Rate ohne Protein von 0,041 plus minus 0,015 Prozent je Stunde um 49 Prozent mit 20 g und um 56 Prozent mit 40 g, mit gar keiner Wirkung von 10 g, während 40 g die Phenylalaninoxidation und die Harnstoffbildung erhöhten (Witard et al. 2014). Zwanzig Gramm genügten für die maximale Stimulation bei rund 80 kg schweren Männern.
- 11
Nach Ganzkörpertraining steigt die nützliche Dosis auf 40 g
Die Obergrenze von 20 g stammt aus einseitigem Beintraining. Als dieselbe Frage nach Ganzkörperkrafttraining gestellt wurde, erzeugten 40 g Whey eine stärkere Synthesereaktion als 20 g (Macnaughton et al. 2016). Die Auflösung ist einfach: mehr beanspruchte Muskulatur bedeutet mehr Gewebe, das um denselben Aminosäurenpool konkurriert. Keiner der beiden Befunde stützt Portionen ab 50 g, und der Unterschied zwischen 20 und 40 ist kleiner als der zwischen erreichter und verfehlter Tagesmenge.
- 12
Die tägliche Gesamtmenge dominiert beide
Die systematische Übersicht mit Metaanalyse und Metaregression zur Proteinsupplementierung im Krafttraining fand, dass Supplementierung Muskelmasse und Kraft verbessert und dass die tägliche Gesamtproteinzufuhr die treibende Größe ist (Morton et al. 2018). Die Wahl der Fraktion und der Zeitpunkt wirken am Rand einer Menge, die zuerst stehen muss. Wer 1,6 g je kg allein mit Whey erreicht, schlägt jemanden bei 1,1 g je kg mit perfekt getaktetem Whey- und Caseinplan.
- 13
Lebensmittel liefern die langsame Fraktion bereits, oft günstiger
Milchprotein besteht zu rund 80 Prozent aus Casein und zu 20 Prozent aus Whey, griechischer Joghurt, Hüttenkäse und Milch sind also konstruktionsbedingt caseindominiert und erzeugen dasselbe langsame Freisetzungsprofil ohne zweite Dose. Eine Portion Hüttenkäse vor dem Schlaf ist ein direkter Ersatz für die in den Nachtstudien geprüfte Maßnahme, und der Weg über Vollwert-Proteinquellen ist je Gramm meist der günstigere, sobald der Pulveraufschlag mitgerechnet wird.
- 14
Die Kaufregel reduziert sich für die meisten auf eine Dose
Zuerst Whey kaufen: es gewinnt den Vergleich nach dem Training klar und ist als Nebenprodukt der Käseherstellung strukturell günstiger als separat filtriertes mizellares Casein. Casein nur ergänzen, wenn das nächtliche Fenster eine echte Lücke ist, also meist bei Abendtraining oder frühem Abendessen. Eine konkrete Dose nach Kosten je Gramm Protein und nach Laborprüfung ordnen statt nach der Fraktion auf der Vorderseite, und den Vergleich der Proteinpulver diese Arbeit machen lassen.
Wie das spezifiziert wurde
- 01Erfasste Eingangsgrößen
- Verkaufspreis (datiert) · Etikettenangabe · Certificate of Analysis · Test durch Dritte (Informed Sport / NSF / ConsumerLab / Clean Label) · Leucin pro Portion aus dem COA, nicht aus dem Marketing.
- 02Getestete Protokolle
- Zielwert pro kg aus vier Literaturbereichen (IOM RDA, Phillips 2017, Morton 2018, ISSN). Marken bewertet gegen die Leucin-pro-Dosis-Schwelle von Moore 2015 (~0,4 g/kg).
- 03Kostenbasis geprüft
- $/Gramm Protein und $/Gramm Leucin zu Warehouse-Preisen (Costco), Versandhandel (Amazon) und DTC-Einzelhandel. Vierteljährlich neu geprüft, markiert, wenn die Abweichung 15% übersteigt.
- 04Konfidenzniveau
- Hoch bei der Rangfolge. Mittel bei absoluten $/g (Preise wandern). Niedrig bei Portionsgrößenangaben, deren COA älter als 18 Monate ist, markiert mit [VERIFY].
Was uns am häufigsten gefragt wird.
- Was baut mehr Muskeln auf, Casein oder Whey?
- Whey, akut am Muskel gemessen. Bei auf 10 g essenzielle Aminosäuren angeglichenen Getränken erzeugte Whey-Hydrolysat in Ruhe eine rund 93 Prozent und nach Krafttraining eine rund 122 Prozent höhere gemischte Muskelproteinsynthese als mizellares Casein, jeweils p unter 0,01 (Tang et al. 2009). Als Ganzkörpernettobilanz über 7 Stunden gemessen kehrt sich die Reihenfolge um, weil Casein den Abbau um 34 Prozent hemmt und Whey nicht (Boirie et al. 1997).
- Warum gewinnt Casein bei der Nettobilanz, wenn Whey bei der Synthese gewinnt?
- Sie wirken auf entgegengesetzte Seiten derselben Gleichung. Whey liefert eine schnelle, hohe Aminosäurenspitze, die die Synthese stimuliert, um den Preis stärkerer Oxidation: 373 plus minus 56 gegenüber 272 plus minus 91 Mikromol je kg verbranntes Leucin über 7 Stunden bei identischer Zufuhr. Casein liefert ein niedriges anhaltendes Plateau, das den Abbau um 34 Prozent bremst. Über ein langes Nüchternfenster gewinnt der Bremsterm, weshalb die Nettoleucinbilanz mit Casein positiver ausfiel (Boirie et al. 1997).
- Lohnt sich Casein vor dem Schlafengehen wirklich?
- Der Mechanismus steht, die Ergebnisstudie hat einen Vorbehalt. Vierzig Gramm Casein vor dem Schlaf hoben die nächtliche Ganzkörperproteinsynthese auf 311 plus minus 8 gegenüber 246 plus minus 9 Mikromol je kg je 7,5 Stunden und drehten die Nettobilanz ins Positive (Res et al. 2012). Über 12 Wochen erzeugte ein Präparat mit 27,5 g vor dem Schlaf mehr Kraft und Quadrizepswachstum als Placebo (Snijders et al. 2015), doch das Placebo war kalorienfrei, Menge und Zeitpunkt lassen sich also nicht trennen.
- Wie viel Whey nach dem Training?
- Zwanzig Gramm nach Einzelbeintraining und etwa 40 g nach Ganzkörpertraining. Die myofibrilläre Synthese stieg gegenüber 0 g um 49 Prozent mit 20 g und um 56 Prozent mit 40 g, mit gar keiner Wirkung von 10 g, und 40 g erhöhten in diesem Setting Aminosäurenoxidation und Harnstoffbildung (Witard et al. 2014). Nach Ganzkörperkrafttraining übertrafen 40 g die 20 g (Macnaughton et al. 2016). Größere Portionen erhöhen die Oxidation, nicht die Synthese.
- Lohnt Casein, wenn nur ein Proteinpulver bezahlbar ist?
- Nein. Whey gewinnt den Vergleich nach dem Training klar, ist zu jeder Tageszeit nutzbar und als Nebenprodukt der Käseherstellung strukturell günstiger als eine separat filtrierte Fraktion. Die nächtliche Funktion von Casein liefern auch Lebensmittel: Milchprotein besteht zu rund 80 Prozent aus Casein, griechischer Joghurt oder Hüttenkäse vor dem Schlaf erzeugt also dasselbe langsame Freisetzungsprofil ohne zweiten Kauf.
- Schlägt Casein pflanzliches Protein?
- Im akuten Vergleich nicht. Sojaproteinisolat erzeugte in Ruhe eine 64 Prozent und nach Krafttraining eine 69 Prozent höhere gemischte Muskelproteinsynthese als mizellares Casein, jeweils p unter 0,01, während Whey Soja nach dem Training um 31 Prozent übertraf (Tang et al. 2009). Die Größe ist die Verdauungsgeschwindigkeit und der Leucingehalt, nicht tierisch gegen pflanzlich, eine Sortierung nach Herkunft statt nach Kinetik liefert also die falsche Reihenfolge.
- Zählt die Wahl zwischen Whey und Casein mehr als die Gesamtmenge?
- Nein, und nicht annähernd. Die Metaanalyse mit Metaregression zur Proteinsupplementierung im Krafttraining fand, dass Supplementierung Muskelmasse und Kraft verbessert und dass die Gesamtproteinzufuhr die treibende Größe ist (Morton et al. 2018). Fraktion und Zeitpunkt sind Feinjustierungen an einer Menge, die zuerst erreicht sein muss. 1,6 g je kg allein mit Whey schlägt einen ausgefeilten Plan bei 1,1 g je kg.
- Unterscheiden sich Whey-Konzentrat, -Isolat und -Hydrolysat hier?
- Weniger, als der Preisabstand nahelegt. Alle drei sind schnelle Proteine mit demselben leucinreichen Profil; die Unterschiede liegen in Laktose, Fett und Proteinanteil je Gewicht, was für Verträglichkeit und Kosten je Gramm Protein zählt und nicht für die Synthesereaktion. Die Studien, die den Vorteil gegenüber Casein begründeten, verwendeten ein Hydrolysat (Tang et al. 2009) und ein Isolat (Witard et al. 2014) und ergaben dieselbe Wirkrichtung.
Ein veröffentlichtes Certificate of Analysis einer gelisteten Marke, das der Etikettenangabe widerspricht, gegen die wir bewertet haben. Ein unabhängiges Laborergebnis (Clean Label, ConsumerLab), das bei einer aktuellen Spitzenwahl Schwermetall- oder Amino-Spiking-Mängel feststellt. Eine begutachtete Metaanalyse, die die Leucin-pro-Dosis-Schwelle verschiebt. Jedes davon löst innerhalb einer Woche eine datierte Revision aus.
Jede Aussage, belegt.
- [01]Boirie Y, Dangin M, Gachon P, Vasson MP, Maubois JL, Beaufrere B. 1997. Slow and fast dietary proteins differently modulate postprandial protein accretion. Proc Natl Acad Sci USA 94(26):14930-14935. Two intrinsically 13C-leucine-labelled milk proteins, casein and whey protein, were ingested as one single meal by healthy adults and postprandial whole-body leucine kinetics were assessed by dual tracer methodology. Whey induced a dramatic but short increase of plasma amino acids; casein induced a prolonged plateau of moderate hyperaminoacidemia, probably because of slow gastric emptying. Whole-body protein breakdown was inhibited by 34 percent after casein and not after whey. Postprandial protein synthesis was stimulated by 68 percent with whey and by 31 percent with casein. Postprandial whole-body leucine oxidation over 7 hours was lower with casein at 272 plus or minus 91 micromol per kg than with whey at 373 plus or minus 56 micromol per kg, on identical leucine intakes of 380 micromol per kg. Net leucine balance over the 7 hours after the meal was more positive with casein than with whey, p below 0.05.
- [02]Tang JE, Moore DR, Kujbida GW, Tarnopolsky MA, Phillips SM. 2009. Ingestion of whey hydrolysate, casein, or soy protein isolate: effects on mixed muscle protein synthesis at rest and following resistance exercise in young men. J Appl Physiol 107(3):987-992. Three groups of six healthy young men performed unilateral leg resistance exercise then consumed a drink containing an equivalent content of essential amino acids, 10 g, as whey hydrolysate, micellar casein or soy protein isolate. Mixed muscle protein synthesis at rest was 0.091 plus or minus 0.015 percent per hour for whey, 0.078 plus or minus 0.014 for soy and 0.047 plus or minus 0.008 for casein; whey was approximately 93 percent greater than casein, p below 0.01, and approximately 18 percent greater than soy, p equal to 0.067. Following exercise whey was approximately 122 percent greater than casein, p below 0.01, and 31 percent greater than soy, p below 0.05. Soy exceeded casein by 64 percent at rest and 69 percent after resistance exercise, both p below 0.01.
- [03]Res PT, Groen B, Pennings B, Beelen M, Wallis GA, Gijsen AP, Senden JM, van Loon LJ. 2012. Protein ingestion before sleep improves postexercise overnight recovery. Med Sci Sports Exerc 44(8):1560-1569. Sixteen healthy young males performed resistance-type exercise at 2000 hours after a day of dietary standardisation, received 20 g of protein and 60 g of carbohydrate at 2100 hours, then 30 minutes before sleep at 2330 hours ingested a beverage with or without 40 g of intrinsically labelled casein. Casein was effectively digested and absorbed during sleep, producing a rapid rise in circulating amino acids sustained through the night. Whole-body protein synthesis rates were 311 plus or minus 8 against 246 plus or minus 9 micromol per kg per 7.5 hours and net protein balance 61 plus or minus 5 against negative 11 plus or minus 6 micromol per kg per 7.5 hours, both p below 0.01. Mixed muscle protein synthesis rates were approximately 22 percent higher, reaching borderline significance.
- [04]Snijders T, Res PT, Smeets JS, van Vliet S, van Kranenburg J, Maase K, Kies AK, Verdijk LB, van Loon LJ. 2015. Protein Ingestion before Sleep Increases Muscle Mass and Strength Gains during Prolonged Resistance-Type Exercise Training in Healthy Young Men. J Nutr 145(6):1178-1184. Forty-four young men, mean age 22 plus or minus 1 years, were randomly assigned to a progressive 12-week resistance exercise training programme. One group consumed a supplement containing 27.5 g of protein, 15 g of carbohydrate and 0.1 g of fat every night before sleep; the other received a noncaloric placebo. Strength increased more in the protein group, plus 164 plus or minus 11 kg against plus 130 plus or minus 9 kg, p below 0.001. Quadriceps cross-sectional area increased in both groups, with a greater increase in the protein group, plus 8.4 plus or minus 1.1 against plus 4.8 plus or minus 0.8 square centimetres, p below 0.05. Both type I and type II fibre size increased, with a greater increase in type II fibre size in the protein group. Registered as NCT02222415.
- [05]Witard OC, Jackman SR, Breen L, Smith K, Selby A, Tipton KD. 2014. Myofibrillar muscle protein synthesis rates subsequent to a meal in response to increasing doses of whey protein at rest and after resistance exercise. Am J Clin Nutr 99(1):86-95. Forty-eight resistance-trained young men consumed a standardised high-protein breakfast at 0.54 g per kg body mass, performed unilateral leg press and leg extension at 80 percent of one-repetition maximum three hours later, then ingested 0, 10, 20 or 40 g of whey protein isolate. Myofibrillar muscle protein synthesis increased above the 0 g rate of 0.041 plus or minus 0.015 percent per hour by 49 percent with 20 g and 56 percent with 40 g, with no additional stimulation from 10 g. Rates of phenylalanine oxidation and urea production increased with 40 g. The authors concluded that a 20 g dose is sufficient for maximal stimulation of postabsorptive myofibrillar synthesis in rested and exercised muscle of approximately 80 kg resistance-trained young men.
- [06]Macnaughton LS, Wardle SL, Witard OC, McGlory C, Hamilton DL, Jeromson S, Lawrence CE, Wallis GA, Tipton KD. 2016. The response of muscle protein synthesis following whole-body resistance exercise is greater following 40 g than 20 g of ingested whey protein. Physiol Rep 4(15):e12893. Establishes that the 20 g ceiling derived from single-limb protocols does not transfer to whole-body resistance exercise, where a 40 g dose produced a greater myofibrillar response than 20 g.
- [07]Morton RW, Murphy KT, McKellar SR, Schoenfeld BJ, Henselmans M, Helms E, Aragon AA, Devries MC, Banfield L, Krieger JW, Phillips SM. 2018. A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. Br J Sports Med 52(6):376-384. Establishes that dietary protein supplementation significantly augments resistance training-induced gains in muscle mass and strength, with total daily protein intake identified as the dominant variable, which is the frame within which any casein versus whey comparison should be read.
- [08]USDA FoodData Central, entries for milk, whole and reduced fat, Greek yogurt plain, and cottage cheese. Used for the composition point that bovine milk protein is roughly 80 percent casein and 20 percent whey, so that strained and cultured dairy products are casein-dominant by construction and deliver the slow-release profile tested in the pre-sleep trials without a second supplement purchase.
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