Wird Honig schlecht, und welche seiner Zahlen sich wirklich bewegen

Honig verdirbt nicht, aber er altert, und das Altern ist messbar. Wassergehalt, HMF, Diastase und freie Säure haben veröffentlichte Grenzwerte, und die Lagertemperatur entscheidet, wie schnell drei der vier aus dem Rahmen laufen.
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Warum er nicht verdirbt: die Zusammensetzung in Zahlen
Die Norm begrenzt den Wassergehalt auf 20 Prozent für die meisten Honige und 23 Prozent für Heidehonig, verlangt mindestens 60 Gramm Fructose plus Glucose je 100 Gramm, begrenzt die Saccharose auf 5 Gramm je 100 Gramm und erlaubt eine freie Säure von bis zu 50 Milliäquivalent je Kilogramm (Codex Alimentarius CXS 12-1981). Eine so konzentrierte, so säurehaltige und so trockene Zuckerlösung lässt Mikroben fast kein verfügbares Wasser, und genau das ist der Grund, warum Honig jedes andere Süßungsmittel im Vorrat überdauert.
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Drei Zahlen derselben Norm sind Frischemaße
Die Diastasezahl muss in der Regel mindestens 8 Schade-Einheiten betragen, bei natürlich enzymarmen Honigen mindestens 3. Hydroxymethylfurfural darf 40 Milligramm je Kilogramm nicht überschreiten, bei erklärter tropischer Herkunft 80. Die freie Säure darf 50 Milliäquivalent je Kilogramm nicht überschreiten (Codex Alimentarius). Diese drei bewegen sich mit Wärme und Zeit in eine gleichbleibende Richtung: Enzyme runter, HMF hoch, Säure hoch. So datiert ein Labor ein Glas.
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Die Temperaturreihe: 45 Grad reißen die HMF-Grenze in einem Monat
Talh-Honig, bei 0, 25, 35 und 45 Grad Celsius gehalten und acht Monate monatlich untersucht, überschritt die HMF-Grenze nach einem Monat bei 45 Grad mit 127 plus minus 9,6 Milligramm je Kilogramm und nach zwei Monaten bei 35 Grad mit 90 plus minus 23,5 (Raweh et al. 2022). Am Honig sah man zu diesem Zeitpunkt nichts. Die Grenze ist eine analytische, und deshalb ist Wärmeschaden ohne Labor unsichtbar.
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Die Enzyme fallen nach demselben Zeitplan
In derselben Reihe fiel die Diastasezahl nach zwei Monaten bei 45 Grad auf 5 plus minus 1 Einheiten und nach dem siebten Monat bei 35 Grad auf 7 plus minus 2 unter die Normgrenze. Die reduzierenden Zucker sanken nach zwei Monaten bei 45 Grad und nach sechs Monaten bei 35 Grad unter 60 Prozent. Die Lagerung bei 0 und 25 Grad über die vollen acht Monate erzeugte die geringsten Veränderungen, und die Autoren empfahlen, 25 Grad nicht zu überschreiten (Raweh et al. 2022).
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Was stabil bleibt: Wassergehalt, pH-Wert, Farbe und Saccharose
Über alle vier Lagertemperaturen und acht Monate waren Wassergehalt, pH-Wert, Farbe und Saccharose die am wenigsten betroffenen Kennwerte und blieben durchgehend im annehmbaren Bereich (Raweh et al. 2022). Das ist die nützliche Hälfte des Befunds: die Eigenschaften, die Honig lagerstabil machen, sind zugleich die, die nicht driften, der Sicherheitsbefund hält also auch dann, wenn die Frischeindizes weit gewandert sind.
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Achtzehn Monate bei Raumtemperatur: 543 Prozent mehr HMF
Roher Rapshonig, 18 Monate bei Raumtemperatur gelagert, zeigte 543,0 Prozent mehr HMF und 24,4 Prozent weniger Diastaseaktivität gegenüber frischen Kontrollwerten von 3,07 Milligramm je Kilogramm und 28,37 Einheiten, mit negativer Korrelation zwischen beiden. Die Farbe verschob sich bei Raumtemperatur weit stärker als im Gefrierschrank, mit einer Farbdifferenz von 20,37 gegen 8,07, und die Viskosität verdoppelte sich gegenüber der frischen Kontrolle nahezu (Kedzierska-Matysek et al. 2016).
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Kristallisation ist kein Verderb, und die Art der Umkehr zählt
Das Festwerden ist Glucose, die aus einer übersättigten Lösung austritt, getrieben vom Verhältnis von Glucose zu Wasser und von Keimstellen, glucosereiche Honige werden also am schnellsten fest. Sanftes Erwärmen löst sie wieder. Der Grund für die Sanftheit steckt in denselben Daten, die ein Glas datieren: Wärme ist die Größe, die das HMF hochtreibt und die Diastase senkt und die Frischegrenzen nach einem bis zwei Monaten bei 45 Grad reißt (Raweh et al. 2022). Ein warmes Wasserbad löst die Kristallisation ohne diesen Preis.
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Der eine Sicherheitsvorbehalt besteht vom ersten Tag an
Von 150 Honigproben aus Imkereien, Läden, Wochenmärkten und Supermärkten waren 4, also 2,6 Prozent, per Multiplex-PCR positiv für Botulinum-Neurotoxin-Gene, mit drei Isolaten vom Typ A und einem vom Typ B (Gucukoglu et al. 2014). Sporen werden weder durch die Säure des Honigs noch durch sanftes Erwärmen inaktiviert, und deshalb erhalten Kinder unter zwölf Monaten keinen Honig. Das Alter spielt dabei keine Rolle; ein frisches Glas trägt dasselbe Risiko wie ein altes.
Was als Nächstes gefragt wird.
- Läuft Honig überhaupt ab?
- Im Sinne von Verderb nicht. Seine Zusammensetzung, begrenzt auf 20 Prozent Wassergehalt bei mindestens 60 Gramm Fructose plus Glucose je 100 Gramm und einer freien Säure von bis zu 50 Milliäquivalent je Kilogramm, lässt zu wenig verfügbares Wasser und einen zu niedrigen pH-Wert für mikrobielles Wachstum (Codex Alimentarius). Was sich ändert, sind die Frischeindizes: Hydroxymethylfurfural stieg über 18 Monate bei Raumtemperatur um 543,0 Prozent und die Diastasezahl fiel um 24,4 Prozent (Kedzierska-Matysek et al. 2016). Ein altes Glas ist gealtert, nicht verdorben.
- Warum ist mein Honig fest geworden?
- Er ist kristallisiert, also Glucose, die aus einer übersättigten Lösung austritt, und kein Verderb. Das Tempo hängt vom Verhältnis von Glucose zu Wasser und von Keimstellen ab, glucosereiche Honige werden am schnellsten fest. Erwärmen im Wasserbad kehrt es um. Bleiben Sie sanft: Wärme ist die Größe, die das HMF in einer kontrollierten Reihe binnen eines Monats bei 45 Grad Celsius und binnen zweier Monate bei 35 Grad über die Normgrenze schob (Raweh et al. 2022).
- Sollte Honig in den Kühlschrank?
- Aus Sicherheitsgründen nicht, und es beschleunigt die Kristallisation. Die kontrollierte Evidenz spricht für kühl, aber nicht kalt: die Lagerung bei 0 und 25 Grad Celsius über bis zu acht Monate erzeugte die geringsten Veränderungen, während 35 und 45 Grad deutliche Veränderungen brachten, und die Empfehlung lautete, 25 Grad nicht zu überschreiten (Raweh et al. 2022). Ein verschlossenes Glas im Schrank abseits des Herds erfüllt das, und verschlossen ist wichtig, weil Honig Feuchtigkeit aus feuchter Luft zieht.
- Warum dürfen Säuglinge keinen Honig?
- Weil ein kleiner Teil des Honigs Sporen von Clostridium botulinum trägt und ein Säuglingsdarm die Flora, die sie verdrängt, noch nicht entwickelt hat. Von 150 Proben aus Imkereien, Läden, Märkten und Supermärkten waren 4, also 2,6 Prozent, positiv für Botulinum-Neurotoxin-Gene, drei Typ A und eines Typ B (Gucukoglu et al. 2014). Die Sporen werden weder durch die eigene Säure des Honigs noch durch das Erwärmen eines Glases inaktiviert, die Einschränkung gilt also für rohen und verarbeiteten Honig gleichermaßen, bis zum Alter von zwölf Monaten.
- Bedeutet dunkler Honig alter Honig?
- Oft, aber nicht immer, denn die Blütenquelle bestimmt die Ausgangsfarbe. Belegt ist, dass die Lagerung nachdunkelt: die Farbe verschob sich über 18 Monate bei Raumtemperatur deutlich stärker als im Gefrierschrank, mit einer Farbdifferenz von 20,37 gegen 8,07, neben dem HMF-Anstieg und dem Diastaserückgang in denselben Proben (Kedzierska-Matysek et al. 2016). Nachdunkeln in einem Glas, das man zwei Jahre beobachtet hat, ist ein Alterungssignal; Dunkelheit in einem frisch gekauften Glas ist meist die Blüte.
- Ist roher Honig empfindlicher als gefilterter?
- Bei den Zusammensetzungskriterien nicht, denn diese richten sich nach Wassergehalt, Zuckern und Säure und nicht nach der Filtration. Der Unterschied zeigt sich am Enzymmaß: die Diastasezahl wird nach Verarbeitung und Verschnitt festgelegt, in der Regel bei mindestens 8 Schade-Einheiten, weil Erwärmung bei der Verarbeitung sie senkt (Codex Alimentarius). Roher Honig startet an dieser Stelle typischerweise höher, hat in warmer Lagerung also mehr zu verlieren, wird aber nicht schneller unsicher.
Jede Aussage, belegt.
- [01]Codex Alimentarius. Standard for Honey, CXS 12-1981 (revised 1987, 2001). Moisture not more than 20 percent, heather honey not more than 23 percent; fructose plus glucose not less than 60 g per 100 g; sucrose not more than 5 g per 100 g (10 g for listed floral sources); free acidity not more than 50 milliequivalents acid per 1000 g; diastase activity generally not less than 8 Schade units and not less than 3 for honeys with low natural enzyme content; hydroxymethylfurfural not more than 40 mg/kg, or 80 mg/kg for honeys of declared tropical origin; electrical conductivity not more than 0.8 mS/cm for most honeys.
- [02]Raweh HSA, Badjah-Hadj-Ahmed AY, Iqbal J, Alqarni AS. 2022. Impact of Different Storage Regimes on the Levels of Physicochemical Characteristics, Especially Free Acidity in Talh (Acacia gerrardii Benth.) Honey. Molecules 27(18):5959. Samples held at 0, 25, 35 and 45 degrees Celsius and analysed monthly for eight months; HMF exceeded standard limits after the first month at 45 degrees (127 plus or minus 9.6 mg/kg) and after the second month at 35 degrees (90 plus or minus 23.5 mg/kg); diastase fell below limits after the second month at 45 degrees (5 plus or minus 1 DN) and after the seventh month at 35 degrees (7 plus or minus 2 DN); reducing sugars fell below 60 percent after two months at 45 degrees and six months at 35 degrees; free acidity rose from 93 plus or minus 0.3 to 159 plus or minus 0.5 meq/kg at 45 degrees by month eight, and to 94 plus or minus 0.3 at 0 degrees; moisture, pH, colour and sucrose least affected and within range at all temperatures; storage at 0 and 25 degrees produced the least change.
- [03]Kedzierska-Matysek M, Florek M, Wolanciuk A, Skalecki P. 2016. Effect of freezing and room temperatures storage for 18 months on quality of raw rapeseed honey (Brassica napus). J Food Sci Technol 53(8):3349-3355. Room-temperature storage increased hydroxymethylfurfural by 543.0 percent and decreased diastase activity by 24.4 percent against fresh control values of 3.07 mg/kg and 28.37 units; negative correlation between HMF content and diastase activity; colour difference 20.37 at room temperature versus 8.07 frozen; viscosity at room temperature roughly double the fresh control.
- [04]Gucukoglu A, Terzi G, Cadirci O, Alisarli M, Kevenk O, Uyanik T. 2014. Detection of C. botulinum types in honey by mPCR. J Food Sci 79(4):M600-3. Of 150 honey samples collected from apiaries, retail shops, weekly open bazaars and supermarkets, 4 (2.6 percent) were positive for the botulinum neurotoxin gene by multiplex PCR; three isolates were type A and one type B; no samples positive for type E or F.
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