Ist Rohmilch sicher, und was die Ausbruchsmodellierung zeigt

Nicht pasteurisierte Milcherzeugnisse werden von einem kleinen Teil der Bevölkerung verzehrt und verursachen den größten Teil der Ausbruchserkrankungen bei Milchprodukten. Modelliert sind 840-mal mehr Erkrankungen und 45-mal mehr Krankenhausaufenthalte je Verzehrseinheit, und die Nährstoffargumente halten der Prüfung nicht stand.
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Das relative Risiko, auf den Verzehr bezogen
Nicht pasteurisierte Milch, von nur 3,2 Prozent der Bevölkerung verzehrt, und nicht pasteurisierter Käse, von nur 1,6 Prozent, verursachten 96 Prozent der auf belastete Milcherzeugnisse zurückgeführten Erkrankungen, womit nicht pasteurisierte Milcherzeugnisse für 840-mal mehr Erkrankungen, 95-Prozent-Kredibilitätsintervall 611 bis 1.158, und 45-mal mehr Krankenhausaufenthalte, Intervall 34 bis 59, verantwortlich sind als pasteurisierte (Costard et al. 2017). Das ist ein Vergleich je Verzehrseinheit, der richtige Nenner für eine persönliche Entscheidung.
- 02
Die absolute Jahreslast ist klein, und das ist keine Verteidigung
Milchbezogene Ausbrüche in den Vereinigten Staaten verursachen im Mittel 760 Erkrankungen und 22 Krankenhausaufenthalte je Jahr, überwiegend durch Salmonellen und Campylobacter (Costard et al. 2017). Die absolute Zahl ist niedrig, weil die exponierte Bevölkerung klein ist, und nicht weil das Erzeugnis sicher wäre, und das Modell sagte voraus, dass eine Verdopplung des Verzehrs die ausbruchsbezogenen Erkrankungen um 96 Prozent erhöhen könnte.
- 03
Die Überwachungsdaten stimmen zu
Von 121 milchbezogenen Ausbrüchen von 1993 bis 2006 mit bekanntem Pasteurisierungsstatus betrafen 73, also 60 Prozent, nicht pasteurisierte Erzeugnisse und führten zu 1.571 Fällen, 202 Krankenhausaufenthalten und 2 Todesfällen. Nicht pasteurisierte Erzeugnisse verursachten etwa 150-mal mehr Ausbrüche und ausbruchsbezogene Erkrankungen je Verzehrseinheit (Langer et al. 2012). Zwei unabhängige Analysen mit derselben Richtung aus verschiedenen Nennern machen diesen Fall ungewöhnlich geklärt.
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Der Schaden trifft die Jungen
Nicht pasteurisierte Erzeugnisse betrafen in der US-Ausbruchsübersicht überproportional Menschen unter 20 Jahren (Langer et al. 2012), und modellierte Campylobacteriose-Schätzungen für Rohmilch aus Verkaufsautomaten reichten von 1.013,7 bis 8.110,3 Fällen je 100.000 Einwohner für junge Verbraucher unter dem vorsichtigeren Dosis-Wirkungs-Modell gegen 79,4 bis 333,1 je 100.000 für Erwachsene unter dem weniger vorsichtigen (Giacometti et al. 2015). Das ist das stärkste Einzelargument gegen eine Umstellung im ganzen Haushalt.
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Die legale Verfügbarkeit folgt der Häufigkeit
Insgesamt 55, also 75 Prozent, der Ausbrüche mit nicht pasteurisierten Erzeugnissen traten in den 21 Bundesstaaten auf, die deren Verkauf erlaubten, und die Häufigkeit solcher Ausbrüche war dort höher, wobei die Autoren schlossen, dass Staaten mit Verkaufsbeschränkungen weniger Ausbrüche und Erkrankungen hatten und strengere Beschränkungen und Durchsetzung erwogen werden sollten (Langer et al. 2012).
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Das Kochen beseitigte das modellierte Risiko vollständig
Eine quantitative Risikobewertung von Rohmilch aus italienischen Verkaufsautomaten, aufgebaut auf amtlichen mikrobiologischen Befunden von 2008 bis 2011 sowie Wachstum bei der Lagerung und Verzehrsdaten, sagte bei gekochter Rohmilch keine menschlichen Campylobacteriose-Fälle je Jahr voraus, weder bei durchgehend geregelter Handhabung bei 4 Grad Celsius noch unter den schlechtesten beobachteten Zeit-Temperatur-Feldbedingungen (Giacometti et al. 2015). Die Hitze ist die ganze Größe.
- 07
Herdengesundheit sagt die Belastung schlecht vorher
In einigen Studien enthielt bis zu ein Drittel aller Rohmilchproben Erreger, auch wenn sie von klinisch gesunden Tieren oder aus offenbar guter Milch stammten (Lucey 2015). Das entkräftet die häufigste Verteidigung, nämlich dass das Risiko vom Betrieb abhänge. Die betreffenden Organismen machen das Tier nicht zwangsläufig krank und die Milch nicht auffällig in Aussehen oder Geruch, die Quellenqualität ist also kein verlässlicher Filter.
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Die Nährstoffargumente halten der Prüfung nicht stand
Eine Übersicht, die die verbreitet behaupteten Vorteile bewertete, schloss, dass Aussagen über bessere Ernährung, das Vermeiden von Laktoseintoleranz oder die Zufuhr nützlicher Bakterien aus Rohmilchverzehr keine wissenschaftliche Grundlage haben und Mythen sind. Sie räumte epidemiologische Daten ein, die eine Kindheit auf dem Bauernhof mit geringerem Allergie- und Asthmarisiko verbinden, hielt aber fest, dass viele Umweltfaktoren beteiligt sein können und kein direkter Beleg für eine Beteiligung der Rohmilch besteht (Lucey 2015).
Was als Nächstes gefragt wird.
- Wie viel riskanter ist Rohmilch als pasteurisierte Milch?
- Je Verzehrseinheit wurde geschätzt, dass nicht pasteurisierte Milcherzeugnisse 840-mal mehr Erkrankungen, 95-Prozent-Kredibilitätsintervall 611 bis 1.158, und 45-mal mehr Krankenhausaufenthalte, Intervall 34 bis 59, verursachen als pasteurisierte, wobei nicht pasteurisierte Milch von 3,2 Prozent und nicht pasteurisierter Käse von 1,6 Prozent der Bevölkerung verzehrt wurden und dennoch 96 Prozent der auf belastete Milchprodukte zurückgeführten Erkrankungen ausmachten (Costard et al. 2017). Eine frühere Überwachungsübersicht nannte etwa das 150-Fache je Verzehrseinheit (Langer et al. 2012).
- Umgeht Rohmilch von einem sauber geführten Hof das Problem?
- Die Quellenqualität ist ein schwächerer Filter, als sie sich anfühlt. In einigen Studien enthielt bis zu ein Drittel aller Rohmilchproben Erreger, auch aus klinisch gesunden Tieren oder aus offenbar guter Milch (Lucey 2015). Die betreffenden Organismen machen das Tier nicht zwangsläufig krank und ändern nicht, wie die Milch aussieht, riecht oder schmeckt, weder Herdengesundheit noch sensorische Prüfung erkennen eine belastete Partie also zuverlässig.
- Ist Rohmilch nährstoffreicher als pasteurisierte Milch?
- Eine Übersicht, die die behaupteten Vorteile bewertete, schloss, dass Aussagen über bessere Ernährung, das Vermeiden von Laktoseintoleranz oder die Zufuhr nützlicher Bakterien aus Rohmilch keine wissenschaftliche Grundlage haben und Mythen sind (Lucey 2015). Die Pasteurisierung ist eine kurze Wärmebehandlung, und die Hauptnährstoffe, das Kalzium und die meisten Vitamine überstehen sie. Das Nährstoffargument ist damit nicht der Grund, ein 840-fach höheres relatives Risiko zu übernehmen.
- Und der Befund, dass Bauernhofkinder weniger Asthma haben?
- Der Befund ist echt, die Zuschreibung nicht. Einige epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass Kinder, die in einer landwirtschaftlichen Umgebung aufwachsen, mit einem geringeren Risiko für Allergie und Asthma verbunden sind, doch eine Vielzahl von Umweltfaktoren kann beteiligt sein, und es gibt keinen direkten Beleg dafür, dass der Rohmilchverzehr an einer schützenden Wirkung beteiligt ist (Lucey 2015). Die Hofexposition umfasst Tiere, Staub, Endotoxin und mikrobielle Vielfalt, und die Studien können die Milch nicht isolieren.
- Wer ist am stärksten gefährdet?
- Junge Menschen. Nicht pasteurisierte Erzeugnisse betrafen in einer Übersicht von 121 US-Milchausbrüchen überproportional Menschen unter 20 Jahren (Langer et al. 2012), und modellierte Campylobacteriose-Schätzungen reichten von 1.013,7 bis 8.110,3 Fällen je 100.000 Einwohner für junge Verbraucher unter einem vorsichtigen Dosis-Wirkungs-Modell gegen 79,4 bis 333,1 je 100.000 für Erwachsene unter einem weniger vorsichtigen (Giacometti et al. 2015). Dieselbe Asymmetrie gilt für Schwangerschaft und Immunschwäche.
- Macht Kochen Rohmilch sicher?
- In der einen Analyse, die es direkt geprüft hat, beseitigte es das modellierte Risiko. Eine quantitative Risikobewertung von Rohmilch aus Verkaufsautomaten sagte bei Kochen keine menschlichen Campylobacteriose-Fälle je Jahr voraus, sowohl bei durchgehend geregelter Handhabung bei 4 Grad Celsius als auch unter den schlechtesten beobachteten Zeit-Temperatur-Feldbedingungen (Giacometti et al. 2015). Kochen ist eine härtere Behandlung als die gewerbliche Pasteurisierung, die dasselbe Ziel mit weniger Wirkung auf das Aroma erreicht.
Jede Aussage, belegt.
- [01]Costard S, Espejo L, Groenendaal H, Zagmutt FJ. 2017. Outbreak-Related Disease Burden Associated with Consumption of Unpasteurized Cow's Milk and Cheese, United States, 2009-2014. Emerg Infect Dis 23(6):957-964. Dairy-associated outbreaks cause on average 760 illnesses per year and 22 hospitalisations per year, mostly from Salmonella spp. and Campylobacter spp.; unpasteurised milk consumed by only 3.2 percent of the population and cheese by only 1.6 percent caused 96 percent of illnesses caused by contaminated dairy products; unpasteurised dairy products cause 840 times (95 percent credible interval 611 to 1,158) more illnesses and 45 times (34 to 59) more hospitalisations than pasteurised products; a doubling in consumption of unpasteurised milk or cheese could increase outbreak-related illnesses by 96 percent.
- [02]Langer AJ, Ayers T, Grass J, Lynch M, Angulo FJ, Mahon BE. 2012. Nonpasteurized dairy products, disease outbreaks, and state laws, United States, 1993-2006. Emerg Infect Dis 18(3):385-91. 121 outbreaks with known pasteurisation status; 73 (60 percent) involved nonpasteurised products, resulting in 1,571 cases, 202 hospitalisations and 2 deaths; 55 (75 percent) occurred in the 21 states that permitted sale of nonpasteurised products, where incidence was higher; nonpasteurised products caused a disproportionate number, approximately 150 times greater per unit of product consumed, of outbreaks and outbreak-associated illnesses and disproportionately affected persons under 20 years of age; states restricting sale had fewer outbreaks and illnesses.
- [03]Lucey JA. 2015. Raw Milk Consumption: Risks and Benefits. Nutr Today 50(4):189-193. In some studies up to a third of all raw milk samples contained pathogens, even when sourced from clinically healthy animals or from milk that appeared to be of good quality; claims related to improved nutrition, prevention of lactose intolerance, or provision of beneficial bacteria from raw milk consumption have no scientific basis and are myths; some epidemiological data indicate children growing up in a farming environment are associated with a decreased risk of allergy and asthma, but a variety of environmental factors may be involved and there is no direct evidence that raw milk consumption is involved in any protective effect.
- [04]Giacometti F, Bonilauri P, Amatiste S, et al. 2015. Human campylobacteriosis related to the consumption of raw milk sold by vending machines in Italy: Quantitative risk assessment based on official controls over four years. Prev Vet Med 121(1-2):151-8. Model built on official microbiological records of raw milk samples from vending machines 2008 to 2011, microbial growth during storage, destruction experiments, consumption frequency, serving size and consumer age; no human campylobacteriosis cases predicted per year in either best (4 degrees Celsius) storage conditions or thermal abuse when the milk was boiled; for raw consumption, annual estimated cases for young consumers under the more conservative dose-response model ranged between 1,013.7 and 8,110.3 per 100,000 population, and for adult consumers under the less conservative model between 79.4 and 333.1 per 100,000.
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